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Brettljause selber machen

Eine Brettljause ist die entspannteste Art, Gäste zu bewirten: Es wird nichts gekocht, nichts wird kalt, und niemand muss in der Küche stehen. Die ganze Arbeit steckt im Einkauf und in zehn Minuten Anrichten.

Was es dafür braucht, steht unter Was drauf gehört. Hier geht es um die Frage, die vor jedem Einkauf steht: wie viel.

Mengen pro Person

Richtwerte aus der Praxis, keine Norm. Bei Kindern und bei einer Jause nach dem Abendessen liegt man mit der Hälfte richtig.

Richtwerte je Person
Baustein Als Hauptmahlzeit Als kleine Jause
Speck und Wurst100–120 g50–60 g
Käse60–80 g30–40 g
Aufstrich2–3 EL1–2 EL
Sauergemüse2–3 Stück1–2 Stück
Frisches (Radieschen, Zwiebel, Ei)1 Handvoll1 Handvoll
Brot2–3 Scheiben1–2 Scheiben

Faustregel

Rund 300 Gramm Auflage pro Person für eine Hauptmahlzeit, Brot nicht mitgerechnet. Lieber etwas weniger Menge und eine Sorte mehr: Von Übriggebliebenem hat am nächsten Tag niemand etwas, von einem zweiten Käse haben alle am selben Abend etwas.

Einkaufsliste für vier Personen

Eine vollständige Brettljause als Hauptmahlzeit, sechs Positionen plus Brot. Wo eine Sorte nicht zu bekommen ist, tritt die nächste aus derselben Gruppe an ihre Stelle.

  • 250 g Bauchspeck am Stück oder dünn aufgeschnitten
  • 200 g Hauswürstel oder Kaminwurzen
  • 200 g Bergkäse, mindestens sechs Monate gereift
  • 100 g milder Käse oder Topfen
  • 1 Glas Verhackertes oder 250 g Speck für die eigene Herstellung
  • 1 Glas Essiggurkerl, 1 Glas eingelegte Pfefferoni
  • 1 Bund Radieschen, 1 rote Zwiebel, 1 Bund Schnittlauch
  • 1 Stück frischer Kren
  • 4 Eier
  • 1 großer Laib Bauernbrot oder Roggenbrot, vom Vortag
  • Salz, grober Pfeffer, gutes Öl für den Topfen

Zeitplan

Wann was passiert
ZeitpunktWas zu tun ist
2 Tage vorherVerhackertes oder Liptauer ansetzen — beide brauchen Zeit zum Durchziehen. Haltbares einkaufen.
VortagBrot besorgen. Eier kochen, Radieschen putzen, Zwiebel schälen. Alles abgedeckt in den Kühlschrank.
45 Minuten vorherSpeck und Käse aus dem Kühlschrank nehmen. Aufstriche bleiben kalt.
20 Minuten vorherAufschneiden: Speck quer zur Faser, Wurst schräg, Käse in Späne brechen.
10 Minuten vorherBrett anrichten, Brot schneiden, Messer verteilen.
Am TischKren frisch reißen, Schnittlauch schneiden. Beides verliert schnell.

In fünf Schritten anrichten

  1. Die Schälchen zuerst

    Aufstriche, eingelegtes Gemüse und Topfen kommen in kleine Schalen, und die Schalen kommen zuerst aufs Brett — versetzt, nicht in einer Reihe. Sie sind die Fixpunkte, alles andere ordnet sich um sie herum.

  2. Geselchtes in Bahnen legen

    Speckscheiben locker gefächert, leicht überlappend, in geschwungenen Bahnen zwischen den Schalen. Flach hingelegte Stapel sehen ordentlich aus, lassen sich aber schlecht abheben. Wurstscheiben in kleinen Gruppen zu je fünf oder sechs.

  3. Käse gruppieren, nicht verteilen

    Jede Käsesorte an einem Ort. Hartkäse als gebrochene Späne, weicher Käse als Keil mit einem eigenen Messer daneben. Zwischen zwei Käsesorten immer etwas anderes legen, sonst laufen die Aromen ineinander.

  4. Lücken mit Saurem und Frischem füllen

    Gurkerl, Pfefferoni, Radieschen und Eihälften kommen in die Zwischenräume. Sie machen das Brett voll, ohne es schwer zu machen, und geben die Farbe, die Speck und Käse allein nicht haben.

  5. Grün zuletzt, Werkzeug dazu

    Schnittlauch, Petersilie und der geriebene Kren kommen erst am Schluss. Dann pro Aufstrich ein Messer, eine kleine Gabel für das eingelegte Gemüse, und das Brot in einem Korb daneben — nicht auf dem Brett.

Das Brett

Rechnen Sie etwa 25 × 20 Zentimeter Fläche pro Person. Für vier Personen ist ein Brett von rund 50 × 40 Zentimetern passend; zwei kleinere Bretter sind praktischer als ein sehr großes, weil sie beide Tischenden erreichen.

  • Unbehandeltes Hartholz — Buche, Ahorn, Nuss oder Zirbe.
  • Nach dem Gebrauch mit heißem Wasser und Bürste abwaschen, nicht in die Spülmaschine und nicht im Wasser stehen lassen. Aufrecht trocknen.
  • Gelegentlich mit einem lebensmittelechten Öl einreiben, dann zieht das Holz weniger Fett und Geruch.
  • Kein Brett verwenden, auf dem rohes Fleisch geschnitten wurde.
  • Wer sichergehen will, legt Pergamentpapier unter — es hält den Speck von der Holzoberfläche fern und spart das Schrubben.

Wie lange darf das Brett stehen?

Geselchtes, Rohwurst und Hartkäse vertragen einige Zeit bei Raumtemperatur. Empfindlich sind Topfen, Aufstriche mit Frischkäse und gekochtes Ei: An warmen Tagen gehören sie nach spätestens zwei Stunden zurück in die Kühlung, und was länger gestanden hat, wird nicht wieder eingeräumt. Halten Sie sich im Zweifel an die Angaben der Hersteller.

Stand: 24. August 2026